Mittwoch, 28. Juni 2017

Aus Alt mach Neu - Anleitung Refashioning zur Offshoulderbluse


Rock nach eigenem Schnitt

2 zerknüllte Blusen


Seit Jahren liegen abseits meiner To Do Kiste, ganzen hinten in einer Ecke in einer Plastiktasche 2 alte Sommerhemden mit dem gleichen Schnitt.. Ich schätze mal, es sind schon 5 Jahre, denn die Idee war einmal, aus beiden Blusen eine neue bzw 2 neue Blusen zu machen. Die eine ist blaukariert, die andere orangekariert. Mein Plan war, sie untereinander zu mischen, sodass 2 zweifarbige Blusen dabei rauskommen würden.
Sie entkamen vielen Entrümpelungsversuchen. Jedesmal dachte ich mir, dass Projekt setzt Du irgendwann mal um. 
Letzte Woche war es dann endlich so weit. Ich war mir nicht mal sicher, ob ich sie in der Zwischenzeit nicht doch entsorgt hatte, bis ich sie völlig zerknüllt in dieser Tasche fand. 

Offshoulderblusen sind bei mir im Moment der absolute Renner. Bisher habe ich sie aber immer mit Trägern oder Cutouts gemacht, weil ich befürchtete, dass sie bei Armbewegungen über die Schulter rutschen würden. Als ich mir die blaue Bluse vornahm, dachte ich mir erstmal, wenn es jetzt schief geht, ist es nicht so schlimm. Die Anleitung zeige ich anhand der orangefarbenen, weil ich bei der Blauen mal wieder zu ungeduldig war und keine Fotos beim Nähen machte. 


Der Refashioningprozeß beginnt


Ursprünglich sah das Hemd so aus:



Ich breitete die Bluse aus, nahm eine Schere zur Hand und schnitt motiviert den oberen Teil ab. Wenn Ihr die Bluse richtig exakt aufeinanderlegt, könnt Ihr Vorder- und Rückenteil zusammen abschneiden. Sollte sich an Eurem Hemd hinten noch eine Quetschfalte befinden, müsst Ihr die natürlich auftrennen.





Um es zu verdeutlichen, habe ich hier von der blauen Bluse das abgeschnittene Teil aufgelegt. 





Danach sieht die Bluse so aus und ab hier habt Ihr schon die ersten Gestaltungsmöglichkeiten.

Dienstag, 27. Juni 2017

Also blau, ja?



Die neue Farbe für Juni


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Als Anfang Juni die neue Farbe für die 12 Colours of Handmade Fashion bekannt gegeben wurde, ging auf Instagram ein wahrer Lobgesang los. "Yeah, endlich blau..." - "Juchuuu, blau" - alle jubelten und ich sass vor meinem Tablet und dachte... "Also blau, ja?" Blau... es hat vielleicht an meinem Urlaubsblues gelegen haben, der mich zu dem Zeitpunkt noch einmal einholte und da war Blau wie ein Stich in den Blues. Blau sprang mich anfangs erstmal gar nicht. Selbst als der Urlaubsblues schon weitergezogen war, sass ich immer noch da und dachte: "Blau... .....?!?"
Aus welchen Gründen auch immer hatte ich keine Lust auf Blau. Es war nicht so wie Gelb - da war ich erst geschockt und ratlos, weil es eine echte Herausforderung war. Weiß im Mai kam der Jahreszeit wunderbar entgegen, aber mit Blau war ich für den Sommer nicht zu begeistern.

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Die Anfreundungsphase

Ich hatte kurz vor der Bekanntgabe der neuen Farbe Stoffe gekauft. Und da war, bis auf einen blauen Jersey, nichts Blaues dabei. Aus dem blauen Jersey wollte und will ich noch immer einen Rock nähen und ich hatte ihn eigentlich nur genommen, weil mir noch ein passendes Unterteil zu meinem Sorbetto Top fehlte. Jetzt hätte ich natürlich den Rock nähen können, aber die 12 Colours of Handmade Fashion sollen ja auch eine Herausforderung sein.
Seit Ende Mai hatte ich aber noch ein Projekt im Kopf. Die Bluse aus der Challenge vom Mai nach einem Schnitt von Fashionmakery wollte ich unbedingt nochmal nähen, aber diesmal den Kragen anders gestalten.

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Dann trieb ich mich auf.Selmins Seite rum. Schließlich muss man seine Pappenheimer kennen, die so freudestrahlend "Blau" bekannt geben und wenn ich sonst nicht viel über Selmin weiß, dann aber eins ganz sicher: Sie liebt Blau und Streifen!" Streifen schloß ich für mich erstmal aus (ich überarbeite gerade den Text und kann kleinlaut zugeben: Seit letzter Woche liegt oben blau/weißer Streifenstoff!). Aber dann stolperte ich über das schöne Kleid, dass sie aus einem Stoff von Rapantinchen genäht hatte. Der hatte es mir auf Anhieb angetan, nur wußte ich bei der ersten Sichtung nicht, was ich daraus nähen sollte. Doch dann funkte in meinem Kopf das neuronale Netzwerk Bluse mit dem neuronalen Netzwerk blauer Blümchenstoff zusammen und es ergab sich eine wunderbare Symbiose.
Ich rief die Seite von Rapantinchen auf, fand den Stoff, registrierte mich und bestellte. Und prompt kam auch die Bestätigung. Ich bastelte bereits an der Änderung für die Bluse und wartete auf den Stoff. Aber der kam nicht. Er kam und kam nicht. Alle anderen Bestellungen trudelten ein, nur der Blümchenstoff von Rapantinchen nicht. Wegen der vielen Feiertage wartete ich erst nochmal ab. Schätzungsweise 2 Wochen später ging ich der Sache auf den Grund. Ich suchte die Email heraus, fand aber lediglich nur die Bestätigungsmail für meine Registrierung. Auch die Suche noch dem Paypalbeleg blieb erfolglos. Die Annahme, nein....meine ganz persönliche Wahrheit, dass der Fehler nicht bei mir liegt, begann ein wenig zu bröckeln. Um mein die persönliche Wahrheit wieder herzustellen, schaute ich im Kundenkonto nach. Da zerfiel diese Wahrheit in Schutt und Asche,
Seit geschätzten 2 Wochen lag in meinem Warenkorb der Blümchenstoff und wollte endlich mit den letzten Schritten der Bestellung versehen werden. Ich holte es nach, bezahlte, bestellte, wartete kurz und schon wenig später war er da,


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Donnerstag, 22. Juni 2017

Slipdress und zwei glückliche Umstände führen zu einem schönen



Die Suche nach dem perfekten Schnitt / The Search for the perfect pattern

Ich bin neben dem Bloggen sehr aktiv auf Instagram. Instagram ist wie ein täglich neu gefülltes Bilderbuch. Dazu kommen noch die Stories, die ähnlich wie Snapchat, über Videofunktion, Fotos und anderen Schnickschnack verfügen und die, wer Instagram nicht kennt, nach 24 Stunden wieder verschwinden.

Besides my blogging I am very active in Instagram. Instagram is like a picture book that is newly filled on a daily basis. Then there are the Instastories that stay online for 24 hours and dissappear after that. This function includes photos, videos and other gimmicks. 

Die Geschichte zu meinem Susie Baby Doll Slip Dress begann genau dort. Kira von The Couture hatte auf ihrer Instagram Story über einen neuartigen Stoff gesprochen, den Koshibo. Koshibo ist ein Polyestergewebe, dass dem Chiffon und der Seide sehr ähnlich ist, allerdings blickdicht.

The story for my Susie Baby Doll Slip Dress began exactly there where Kira from The Couture showed her new fabric called Koshibo. I had never heard about it but looked into it because it looked very interesting. Koshibo is a very light weight polyester fabric that is similar to chiffon and silk yet you can't see through it.

Auf der Seite von Der Stoff Handel fand ich das Material und war ganz erfreut, dass es auch noch recht günstig ist. Die Farbauswahl war umfangreich und ich entschied mich für altrosa.
Jetzt hatte ich den Stoff und auch ein Wunschkleid im Kopf, fand aber partout nicht den richtigen Schnitt. Einige Tage lang schaute ich diverse Schnitte an, aber es war nie das richtige dabei.

I found the fabric on the homepage of Der Stoff Handel and was very pleased to see that the Koshibo was quite reasonable in price. The wide choice of colours included a dusky pink which I chose. Now I had the fabric and also an idea for a dress but I couldn't find the right pattern. For days I went through different patterns but they didn't include the one I was looking for. 





In der Zwischenzeit nähte ich meine 2. Frida Shorts von Wardrobe by me. Bei der ersten Shorts (klick hier) hatte ich anfangs einige Probleme mit der Anleitung. Sie ließ mich schon ganz zu anfang verzweifeln. Als ich dann noch die Kommentare von Näherinnen las, die alle gesammelt schrieben, wie leicht diese Shorts zu nähen sein, war mein Nähselbstbewusstsein etwas angekratzt. Das wollte ich so  nicht auf mir sitzen lassen und nähte darum eine 2. Frida Shorts, die problemlos gelang (klar, ich hatte ja jetzt Übung) und mein seelisches Gleichgewicht war wieder hergestellt.




Meanwhile I sewed my second Frida shorts from Wardrobe by me. The first pair of shorts (click here) gave me a bit of a hard time at the beginning. I couldn't figure out the discription at the beginning. And when I read all the comments from other sewist of this shorts how easy it was to sew these shorts even for beginners, my sewing-self-esteem was partially damaged. The only way to overcome this burden that was heavy on my quite old sewing heart was to sew these shorts again. And this time it was no problem (of course not - I finally managed the first one) and my psychological balance was restored. 

Die Schnappatmung - The Gasping

Nachdem ich die 2. Shorts bei Instagram gezeigt hatte, bekam ich eine Nachricht von Wardrobe by me, in der sie mir anboten, ich könne mir ein Schnittmuster bei ihnen aussuchen. Ich war völlig hin und weg. Mein erstes "gesponsertes" Schnittmuster! Sofort war ich auf der Homepage und schaute mir die Schnittmuster an... Blusen, Jacken, Mäntel, Hosen... da kam bereits schon einiges in Frage. Dann guckte ich nach Kleidern. Was dann folgte hätte aus einem amerikanischem Teeniefilm stammen können... "OH MEIN GOTT!!!!" gefolgt von aufgeregtem Kreischen und Schnappatmung... Jeder namhafte amerikanische Regisseur hätte mir sofort eine Rolle in irgendeinem Highschool Film gegeben. Da war genau DAS Schnittmuster für ein Kleid, nachdem ich so lange gesucht hatte.

When I posted the shorts on Instagram I received a message from Wardrobe by me, offering me a free pattern of my choice. I was overwhelmed - my first "sponsored" pattern. So I went to the homepage and looked through the patterns. Blouses, jackets, coats, pants... I didn't know which one to choose - they were all wonderful. Then I checked the dresses and I began to act like the girls in american movies... "OMG", followed by some squeeking and gasping.... There was exactly THE pattern I had looked for for my dress. I am sure any movie director would have given me a part in some highschool teenie movie! 

Als ich mich beruhigt hatte, antwortete ich auf obercoole Weise Wardrobe by me und bat um das Schnittmuster des Susie Slip Dress, als wenn ich sowas täglich machen würde.
Zwischenzeitlich wurde jede mir nahestehende Person darüber in Kenntnis gesetzt, dass ich ein Schnittmuster geschenkt bekommen hatte und ich bin noch immer froh darüber, dass ich nicht wegen dauerhafter Hörschäden durch mein Gequieke am Telefon verklagt worden bin.

After calming down I wrote to wardrobe by me and asked in a sophisticated  and cool manner for the Susie Baby Doll Slip Dress, as if I'd do it all the time. 
In the meantime every person close to me was informed that I was given a pattern and I am very lucky that the ones, especially my partner, getting this information by telephone didn't end up with a constant ear damage by my squeeking. 

Noch am selben Tag erhielt ich das Schnittmuster per Email mit dem Hinweis, eine Kleidergröße kleiner zu wählen, falls ich Jerseystoff verwenden würde und mich jederzeit bei Fragen an sie wenden könnte.

I received the pattern the same day with the advice to size down in case of using jersey and to ask for help if there were any problems. 





Mittwoch, 14. Juni 2017

Milliblus - viel mehr als Anfängernähen



Wie heißt es immer so schön im Fernsehen: Der nachfolgende Beitrag wird Ihnen präsentiert von....
(was oder wer auch immer...)
Mein heutiger Beitrag wird nicht präsentiert von Milliblus, sondern ganz allein von mir und meiner Liebe zu ihren Stoffen.
Wir sind erst seit dem Frühjahr zusammen und haben uns rein zufällig durch das Internet kennengelernt. Unser erstes Date, das durch das Königskind in Friedberg ermöglicht wurde, war der Jersey mit Frauenköpfen. Ich sah den Stoff und wusste sofort - der ist es!!! Es war Liebe auf den ersten Blick.


Ich verblieb erstmal bei den Frauengesichtern, denn ich entdeckte schon beim ersten Besuch im Stoffladen den wunderbaren rosafarbenen Stoff aus Webware mit Elastananteil. In Verbindung mit der ersten Stoffliebe und der Sehnsucht nach Frühling, mit den einhergehenden Frühlingsgefühlen, kaufte ich den Stoff und nähte Shorts. 



Liebe auf den 2. Blick

Mit dem Shirt und den Shorts war ich glücklich. Doch ich hatte ja noch mehr Stoffe entdeckt und der Frühling und somit auch unser Urlaub nahte. 
Ich brauchte Kleider. Und wer hatte den passenden Stoff für meine Kleider? Oder war es eher andersrum, dass ich den Stoff sah und sofort dazu Kleider im Kopf hatte - ach, wie in jeder Liebesbeziehung vergisst man manchmal kleine Details.





Montag, 12. Juni 2017

Schon wieder 12 von 12 - Alltag einer Bloggerin




Ich habe es heute morgen völlig verpennt. Letzte Woche dachte ich noch dran, aber dann kam der 30. Geburtstag vom Ältesten mit Kuchen backen, was ich mittlerweile nur ca. 4 x im Jahr mache (Geburtstag von den Kindern, vom Liebsten und zu Ostern der Hefezopf).
Am Samstag war ich mit 2 Freundinnen verabredet, von denen eine absagte und so saßen wir anfangs zu Zweit auf dem Fest in Friedberg. Dann kam noch ihr Mann dazu, mein Sohn sagte kurz 'Hallo', ihr Mann ging und stattdessen waren wir an unserem Platz, einer langen Bierbank, mit unseren großen Klappen mitten in einen Freundeskreis von Leuten geraten, die wir überhaupt nicht kannten. Während meine Freundin zu Fuß nach Hause konnte, musste ich noch anschließend mit dem Auto fahren und hielt mich dementsprechend mit dem Alkohol zurück, sodass ich es um Mitternacht noch schaffte, mich in eine lebhafte Diskussion über Politik mit ... tja, wie hieß er noch... zu begeben. Jeder neue, der im Laufe des abends zu diesem Freundschaftskreis hinzukam, stellte sich mit Namen vor. Ich nannte meinen, meine Freundin ihren und ich habe nicht die leiseste Ahnung, wer da nun alles dabei war. Entfernt erinnere ich mich an einen Hans und einen Thomas, aber ich lege dafür nicht meine Hand ins Feuer. Gegen Mitternacht machten wir uns vom Fest und dem eingeschworenen Freundschaftkreis, von denen sich wahrscheinlich auch keiner mehr an uns erinnert und wollten eigentlich jeder nach Hause, aber dann quatschten wir uns fest. Anstatt zu meiner Freundin nach Hause zu gehen, setzten wir uns in mein Auto (direkt vor ihrer Haustür!) und standen dort bis 3.00 Uhr morgens.
Sonntag war ich dann dementsprechend verpennt und zum Glück nicht verkatert. Ich legte mich in meinen Garten. Am Abend waren wir zum offiziellen Essen von meinem Sohn in einem sehr schönen Restaurant eingeladen. Das Essen war der Hammer.

Aber hier geht es ja heute nicht um das Wochenende sondern um Montag, den 12. Juni, den ich eben im Zuge des Wochenendes völlig verpeilt hatte.
Da mich mein Freund nach dem Geburtstagsessen meines Sohnes mit zu sich nach Hause nahm, stand ich seinem Büroalltag entsprechend früh auf, machte mich fertig und ließ mich von ihm nach Hause bringen, weil er sowieso daran vorbei fährt. (Keinerlei Fotos von diesem Teil des Tages. War ja schließlich 'nur' der Tag nach der Feier von Sohnemann).
Zu Hause angekommen machte ich mir erstmal meinen 2. Kaffee und ging danach nach oben, um an meinem Kleid zu nähen, das ich bereits die Tage davor zugeschnitten hatte.
Während ich so gut gelaunt vor mich hinnähte, dämmerte es langsam bei mir im Kopf... 'welches Datum haben wir heute eigentlich?' ... schließlich ist bald 12 von 12. Es WAR  der 12.  von 12!!
Und gefühlt war es auch ungefähr 12 vor 12, weil ich bis dahin zwar schon viel getan, aber keinerlei Fotos gemacht hatte.

Nachgestellte Szene.... (ich schummel - ich weiß)


Als mir das dann gewahr wurde, rief als erstes meine beste Freundin aus dem Norden an, damit wir uns nach etwas mehr als eine Woche wieder auf den neuesten Stand der Dinge bringen.
Sie mal wieder im Auto - ich mal wieder an der Nähmaschine und so versuchte ich einige unkomplizierte Nähte im langsam (und somit einigermaßen Leisemodus) zu nähen, während sie von einem Funkloch ins nächste fuhr. Das schöne an unseren Gesprächen ist, dass wir danach sofort wieder anknüpfen. Da gibt es kein langes Gerede von "oh, da war ein Funkloch, tut mir leid, wo waren wir stehengeblieben?" - Nein wir sparen uns das und nehmen den Anruf mit "zuletzt sagtest Du, du hättest...." und dann geht es gleich weiter.
Ich habe keine Ahnung, wie lange wir sprachen, aber irgendwann war mein Kleid fast fertig, wir hatten schon längst aufgelegt und ich kam endlich zu Punkt 2 der Tagesordnung: Fotos für einen Blogbeitrag machen. Als ich da auf die Uhr schaute, war es ca. 14.00 Uhr.


Es fehlte nur noch der Saum, aber der ist jetzt auch fertig

Mittwoch, 7. Juni 2017

Schönheitsideale - Diktatur oder Anregung



Die Shorts vor dem türkisfarbenen Wasser von Comino

Seit letzter Woche läuft auf Instagram eine Aktion, die Female Empowerment Challange von Kea, in der es darum geht sich jeden Tag mit einem bestimmten Thema in Bezug auf Frauen auseinanderzusetzen und darüber zu schreiben. Allein die ersten 2 Tage waren schon sehr beeindruckend, weil es um Frauenvorbilder und Selbstliebe ging.
Am Pfingstmontag stand das Thema Schönheitsideale an und ich dachte mir im ersten Moment, dass das jetzt etwas einfacher wird und ich schnell mit meiner Meinung durch sei.
Doch dann wurde mir sehr schnell klar - auch beim Lesen der anderen Beiträge, dass es wesentlich weitreichender ist, als ich zunächst angenommen hatte. Im Internet habe ich verschiedene Seite zu diesem Thema gelesen und wirklich nur ganz grob einige Beiträge dazu zusammengefasst.


Venus von Malta 3300 - 3000 v. Chr.

Schönheitsideale sind keine Neuheit

Schönheitsideale gibt es schon seit vielen Jahrhunderten und in unterschiedlichen Kulturen. Im Gegensatz zu Mode bezieht sie sich allein auf das Aussehen von Körper und Gesicht. Oft scheinen Schönheitsideale im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu stehen und repräsentieren einen gewissen Status oder die Zugehörigkeit zu einem Clan oder Stamm. Uns allen sind die wohlgenährten Frauen von Rubens Gemälden bekannt. Damals standen sie für Wohlstand und Gesundheit. Dazu ein blasser Teint, der die höhere Gesellschaftsschicht von den Arbeitern und Bauern unterschied, die damals vorwiegend draußen arbeiteten und dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. Heutzutage gelten "wohlgenährte" Figuren wie bei Rubens als Übergewicht wenn nicht sogar Fettleibigkeit. Ein brauner Teint zeugt hingegen von Wohlstand, weil man es sich leisten kann entweder in Länder zu reisen, wo viel Sonne ist und/oder es sich erlauben kann in der Sonne zu liegen, wobei dieser Trend aufgrund des vermehrten Hautkrebsrisikos bereits wieder rückläufig ist. Mit schlanken Menschen wird hingegen wiederum Gesundheit, ein bewußter Lebensstil, Vitalität und Agilität verbunden. 
Neuere Forschungen haben aber auch gezeigt, dass Schönheitsideale mit Symetrie und somit mit Gesundheit zutun haben und zwar über alle Kulturen hinaus. Ein bestimmtes Taille/Hüfte Verhältnis gilt als attraktiv, ein ebenmäßiges Gesicht genauso. Und diese Vorlieben sind teilweise genetisch in uns verankert und beziehen sich interessanterweise vorwiegend auf Frauen. 

Nachbildung einer maltesischen Skulputur Maltas

Wer sich mehr über dieses Thema informieren möchte, kann bei Wikipedia darüber nachlesen (und eventuelle Fehler in meiner obigen Ausführung aufdecken) oder einfach den Begriff "Schönheitsideal" googeln.

Nachbildung einer maltesischen Figurine

Schönheitsideale und ihre Wirkung heute

Das Schönheitsideal ist also kein Phänomen unserer Neuzeit. Das streben nach Schönheit ist in uns in irgendeiner Form verankert. Was wir aber als "schön" definieren, ist am Ende jedem selbst überlassen. Es mag uns ein Ideal vorgegeben sein, aber es liegt an uns, ob wir dem kritik- und vorbehaltlos folgen oder nicht. Meiner persönlichen Meinung nach, ist es allerdings heute schwerer als früher, sich dem komplett zu entziehen, weil die Medien in unseren Leben permanent präsent sind und uns Ideale vorgaukeln, die jenseits der Realität sind. Kein Model - und sei es noch so gut gewachsen, schlank, hübsch und symmetrisch - ist auf einer Plakatwand ohne Nachbearbeitung durch Bildbearbeitungsprogramme zu sehen. Das muss uns allen klar sein. 
Zusätzlich zu dem Schönheitsideal der heutigen Zeit kommt noch der Jugendwahn. 
Vielleicht... ganz vielleicht würde ich mich eher dazu hinreißen lassen, eine Creme zu kaufen, die verspricht, Falten zu reduzieren, wenn nicht ein 20-jähriges (oder oft noch jüngeres) Mädchen dafür werben würde. Aber was ist eigentlich so schlimm an Falten? Ich habe mir schon immer gern Fotos von alten Frauen mit wirklich tiefen Falten im Gesicht angesehen, weil sie so sehr viel mehr ausdrücken und abbilden als jedes 20 jährige Model es kann. Es ist der Lauf des Lebens. Botox, Lifting hin oder her - wir werden alt. Mit dem Moment der Geburt beginnen wir zu altern. 
Und um sich von diesem Trend abzusetzen, braucht man einfach ein gewisses Maß an Selbstbewußtsein und Selbstwertgefühl. 
Ungefähr so war auch mein Beitrag auf Instagram und viele andere schrieben in eine ähnliche Richtung. Dann stieß ich auf einen Beitrag von einer jüngeren Frau, die über ihre Erfahrungen in der Schule schrieb. Das war der Moment, wo mir bewusst wurde, dass man als ältere Frau viel eher zu sich selbst findet. Es gibt natürlich Ausnahmen. Manch 14-jährige hat eine Selbstsicherheit, die meine um Längen übersteigt und das ist großartig. Aber viele jüngere Mädchen und auch Jungen werden in der Schule und in ihrem Umfeld oft ausgegrenzt, weil sie dem von den Medien vorgegebenen Schönheitsideal nicht entsprechen. 
Dort genau setzt meine Kritik an den Medien, den Schulen, der Gesellschaft an. Ich muss an dieser Stelle betonen, dass meine Kritik völlig subjektiv ist, denn ich habe keinerlei Recherche, Erfahrungen oder Studienabschlüsse auf diesem Gebiet und würde mich sehr dafür interessieren, wenn mir jemand dazu etwas sagen könnte. Lediglich weiß ich, dass eines der Grundbedürfnisse des Menschen die Zugehörigkeit ist. Soweit so gut. Aber das heißt doch noch lange nicht, dass wir Menschen, egal welchen Alters, welcher Figur, welcher Abstammung deshalb diskriminieren bzw ausgrenzen dürfen. 
Wenn wir Schönheitsideale haben, so haben wir aber dennoch auch die Pflicht und Verantwortung andere Ideale, andere Ansichten zu tolerieren und zu akzeptieren. 

Donnerstag, 1. Juni 2017

Mein Lieblingsshirt mal 2 - Anleitung zur Schnittabnahme eines T-Shirts

Anfang Mai war ich vor dem Urlaub noch einmal in meinem lokalen Lieblingsstoffgeschäft "Das Königskind" in Friedberg und entschied mich endlich, diesen Stoff mitzunehmen. Gesehen hatte ich ihn schon vorher, hatte ihn aber aufgrund anderer Projekte erstmal stehengelassen. Diesmal musste er mit und ich wusste auch schon genau, was ich daraus machen würde. 

Ich persönlich finde immer, dass ein so schön bedruckter Stoff am besten auf einem schlichten Schnitt wirkt. Zuviel Details würden dem Muster seine Wirkung nehmen.



 



Zu Hause habe  ich ein weißes T-Shirt mit 3/4 langen Ärmeln und ich liebe es. Zwar haben viele normale T-Shirts den gleichen Schnitt, aber dieses sitzt irgendwie besonders gut. Da passt die Länge der Ärmel und der Ausschnitt. Darum wollte ich genau so eins aus dem Stoff machen und nahm, wie schon häufiger von Kaufkleidung, den Schnitt einfach hab. 

 Wie fange ich an?

Als erstes nehme ich den Stoff, breite ihn aus und falte dann jeweils eine Seite zur Stoffmitte. Ich zeige es hier an einem Jersey, aus dem ich noch einen Rock machen möchte, weshalb ich darauf keine Markierungen zeichne. Ich denke aber, es wird auch so anschaulich. 




Die Webkanten liegen jetzt in der Mitte und ihr habt links und rechts jeweils einen Stoffbruch, an den das Vorderteil und auf der anderen Seite das Rückenteil angelegt werden.